Malters, 13.9.08 - Erster Pilomotor-Gig ever

Tjoa, und dann war’s dann doch noch Samstag geworden… Wie n kleiner Junge hab ich mich schon seit Wochen, ja Monaten auf den 13. September gefreut. Auf den Tag, an dem ich - nach viereinhalb Jahren - endlich wieder mal auf ner Bühne stehen würde. Angesichts der Nervosität, mit welcher ich nun schon seit einigen Tagen konfrontiert wurde, hatte ich mich eigentlich bereits damit abgefunden, dass ich in der Nacht auf eben jenen Samstag wohl kein Auge zumachen würde… So war’s jedenfalls früher - zumindest vor “bedeutenden” Konzerten. Und ich zählte diese allererste Pilomotor-Show definitiv zu der Kategorie “bedeutend”… Zu meiner Überraschung schlief ich wie ein Stein ganze sieben Stunden am Stück, bevor mich mein geliebter Kater dann - wie üblich - frühmorgens aus den Federn miaute. Es war Samstag. Endlich.


Gegen 14 Uhr trafen alle eigenartig pünktlich im Bistro ein (für jene, die das noch nicht wissen, so nennen wir unser schnuckliges Studio in Luzern), wo die durchgeknallten Jungs von Pure Soundart zusammen mit unserem Tonmeister, Studio-Mitbenutzer und Freund Robärt Viso an ihrer neuen Platte am werkeln waren… Da wir nicht zu viel Zeit verlieren, sondern endlich nach Malters kommen wollten, fingen wir an, unseren schmucken, roten Bus, welcher uns schon auf unserem Italien-Trip (mehr oder weniger) treue Dienste geleistet hatte, zu beladen. Zu unserer Überraschung erschien dieser, auch nachdem wir vermeintlich alles eingeladen hatten, irgendwie ziemlich leer, so dass wir uns fragten, ob wir was vergessen hatten. Nach einigem Überlegen verwarfen wir allerdings diesen Gedanken und machten uns mit der Aussage, dass Malters ja nicht soo weit weg sei, und wir vergessenes Equipment notfalls immer noch nachm Soundcheck holen könnten, auf den Weg.

Die Bühne sah schick aus, und das PA, was die Jungwächtler da in den Gemeindesaal gestellt hatten, schien uns grosszügig dimensioniert und in der Lage, ordentlich Krach zu machen, was bei uns und bei unserem Live-Tönler Rog natürlich für gute Laune sorgte. Der Soundcheck war ziemlich lange und wir hatten nach getaner Arbeit ein gutes Gefühl.

Mittlerweile war es wohl ca. 18 Uhr und draussen regnete es in Strömen, wie eigentlich schon den ganzen Tag. Was also tun? Zum Essen war es noch etwas zu früh, wie wir fanden, also machte ich mich mit Ben, seinem Gümper (aka Leandra) und Rog auf ins benachbarte Zelt, vorbei an den komischen Jungs, die bei diesem Sch…wetter Harassenstapeln spielten. Tja, Jungwächtler sind wohl allwettertauglich. Oder so. Im Zelt angekommen studierten wir hurtig die Getränkekarte und bestellten uns ein paar Kafi Zwätschge und Chrüüter. Genau richtig für dieses Nasskalte Wetter. Das war gemütlich und lustig und irgendwie vergass man schon beinahe, dass es in nurmehr 4 Stunden losgehen würde.

Nach einem leckeren Nachtessen und ner herrlichen Dusche im Casa Stöckli trafen wir dann vollzählig im “Backstage”-Bereich ein. Der Event war bereits gut besucht und vor dem Eingang drängten sich schon zahlreiche, na sagen wir mal, Teenager… Der Backstage-Bereich bestand aus einem riesigen Raum bzw. Halle, in welchem ein paar Tische und ein unfassbar verstimmtes Klavier standen. Der Raum wurde von den Veranstaltern zudem als “Notaufnahme” verwendet, wie wir dann zu später Stunde noch erfahren durften, als die einen oder anderen sturzbetrunkenen, eigenartigen Leute hereingeführt und mit Kotzeimern versorgt wurden. Wie schön.

Um 11 Uhr war’s dann soweit. Wir wünschten uns einen guten Gig und ich fühlte mich einfach nur gut, zu wissen, dass ich mit derart guten Menschen und Freunden auf die Bühne gelassen wurde… Dann ging’s los… Beim “Liar” zitterten meine Beine wie Espenlaub und es dauerte einen Moment, bis ich mich wieder an dieses schwer zu beschreibende Gefühl “gewöhnt” hatte. Ich traf die Saiten meiner Gitarre zu Beginn nicht wirklich wunschgemäss und auch der Gesang hatte meines Erachtens noch viel Steigerungspotential, aber ich dachte mir, dass das dann schon besser kommen würde, je länger die Show dauert… Was sich nach den ersten paar Songs aber vor mir bei Rog am Mischpult und hinter mir bei Ben an den Drums abspielte, das bekam ich irgendwie nicht mit. Da kamen nämlich plötzlich ein paar Jungs dahergestürmt und meinten, es sei alles viiieeel zu laut, und dass das gefälligst leiser werden solle, weil der Veranstalter wolle, dass die Leute im Saal bleiben und weitersa…, äh, Getränke konsumieren. Wohl oder übel musste der arme Rog also die Regler runterfahren, was wiederum unseren Monitorsound auf der Bühne auf ziemlich eigenartige Weise veränderte… Als ich mich für “Let Go Now” an die Tasten setzte, hörte ich absolut nicht, was ich darauf spielte. Ich hatte mehr oder weniger nur Bens Kick mit einer Hallfahne, so riesig wie wenn sie in ner 2km hohen Kathedrale getreten würde, auf den Ohren. Dies sorgte - zumindest bei mir - dann doch für etwas zu viel Verwirrung, und ich musste den Song abbrechen… Danach wurde es dann aber immer besser, die Leute sind geblieben, und die, die es interessiert hat, die haben’s anscheinend sogar richtig gut gefunden… An dieser Stelle vielleicht eine kleine Bemerkung an alle Veranstalter: Wir sind ne Rockband, und die sind bekannterweise ein klein wenig lauter als das Jodelchörli Hintersigigen. Wir bitten Sie, dies doch bitte zu beachten, falls Sie in Betracht ziehen sollten, uns zu engagieren. Herzlichen Dank.

Ihr seht, der Abend wird uns allen - aus diesen oder jenen Gründen - bestimmt in Erinnerung bleiben. Das wichtigste, was wir von dem Abend mitgenommen haben, war die Erkenntnis, dass die Band auf dem richtigen Weg ist, und das zu wissen tut gut. Sehr gut sogar. Und es wurde dann schlussendlich doch noch ziemlich witzig. Und spät. Wenn ich mich recht entsinne war es so ungefähr 5.30 Uhr, als ich mich erschöpft aber zufrieden in die Federn legte.

So, und nun noch einige Beweisfotos. :)

Merci fürs Lesen! Alles Liebe, Guido

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