Schlammschlachten und Skandale
Werte Leserinnen und Leser
Am vergangenen Samstag stand für uns der erste Gig an nem Open Air auf dem Programm. Nach Zell zog es uns nämlich an diesem wolkenverhangenen Tag. Es war empfindlich kühler geworden in den vergangenen Tagen, und wie wir vernommen hatten, goss es am Freitag Abend wie aus Kübeln, und zwar den ganzen Abend lang. Wir machten uns also darauf gefasst, dass der Boden vor der Bühne eher für ein Turnier im Schlammcatchen mit spärlich bekleideten Mädels mit riesigen… äh, wo war ich? Ah ja, wie auch immer, wir gingen jedenfalls davon aus, dass man als Besucher des Open Quer - so übrigens der Name des Festivals - idealerweise über gutes Schuhwerk verfügen sollte. Der Ben und ich hatten dann auch die Wanderschuhe mit im Gepäck, da wir ja vorhatten, uns nach unserer Show die anderen Bands des Tages anzuschauen, und uns auch mal vor der Bühne zu bewegen und nicht immer im VIP-Zelt.
So trafen wir dann also um ca 14 Uhr auf dem Gelände ein und verschafften uns erstmal ein Bild von der Bühne und dem Backstage-Dörfli. War alles sehr professionell und hübsch eingerichtet, und nach einem ersten Bierli in unserm Container fühlten wir uns dann ziemlich rasch ziemlich heimisch… Für ausgiebiges Trinken war es allerdings noch zu früh, und ausserdem hatten wir auch gar keine Zeit dazu, denn schon bald ging es ans Aufbauen… Etwas sehr kuhles an solchen Veranstaltungen find ich die vielen Leute auf der Bühne, die einem beim ganzen Auf- und Abbau des Equipments behilflich sind. So geht die Sache sehr rassig von statten. Und rassig ging’s dann auch los, denn auf einmal hiess es: “Los, auf die Bühne!” Tja, dann halt… So warfen wir uns also in unsere hübsche Konzert-Kleidung und stürmten die Bühne. Wie wir angenommen hatten, war der Zuschauer-Andrang nachmittags um 4 gewaltig.
Die ersten paar Songs waren irgendwie etwas eigenartig… Die grosse Bühne, Tageslicht, der leere Schlammbereich vor der Bühne (der inzwischen mit Stroh bedeckt wurde)… Das war alles irgendwie ungewohnt, und man fühlte sich im ersten Moment schon ein wenig verloren. Nichtsdestotrotz versuchten wir, uns auf die Songs zu konzentrieren, und diese möglichst mit der von uns stets angestrebten Intensität rüberzubringen. Von was wir nach dem Gig vernommen haben, ist uns dies auch teilweise ganz akzeptabel gelungen… Vielleicht überschätzen wir uns auch manchmal ein bisschen. Man darf auch nicht vergessen, dass dies erst die 5. Pilomotor-Show überhaupt war. Wir befinden uns noch immer mitten in der “Findungsphase”, und es liegt noch ein langer Weg vor uns… Naja, bekanntlich geht’s ja nicht darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ich wüsste auch gar nicht so recht, wie ich dieses - in Bezug auf die Band - benennen sollte. Man sagt ja immer wieder so schön: “Der Weg ist das Ziel”, und für mich zumindest trifft dies in diesem Fall absolut zu. Es sind doch all die Erlebnisse, die wir zusammen erleben, die eine Band eben ausmachen, und die man zusammengefasst durchaus als “Abenteuer” bezeichnen kann. In diesem Sinne würd ich auch meinen, dass genau das das Ziel sein sollte. Und ich glaub, dem ist auch so…
Wie auch immer, nach diesem rührselig-philosophischen Ausflug wieder zurück zum Open Quer… ;P Auf jeden Fall ein Merci an die Menschen, die da waren und uns zugehört haben an diesem Nachmittag. Ein grosses Merci und ein noch grösseres Sorry auch an den netten Herrn, der uns vier Becher Bier an die Bühne gebracht hat! Im Eifer des Gefechts bzw der Hektik nach der Show haben wir voll versifft, uns dafür zu bedanken… Tschuldigung!
Den Rest des Tages haben wir dann in erwähntem VIP-Zelt, sowie auch - wie geplant - vor der Bühne verbracht. Die Wanderschuhe mitzunehmen war auch ein guter Gedanke, wie sich dann rausstellte. Bei der Spider Murphy Gang konnte man da und dort auch lautstark mitjohlen und fühlte sich zeitweise in die tiefste Jugend zurückversetzt. Hierzu werd ich dann in Bälde noch ein kleines Video posten. Sehr schön. Und so endeten wir dann auf der Couch in eben diesem VIP-Zelt, wo wir noch bis spätnachts mit den Jungs von Slam & Howie über Gott und die Musikwelt philosophierten.
So, und zu guterletzt noch n Link zu ein paar Bildchen von uns auf der Open Quer Stage.
www.musicbild.li
Dankeschön fürs Lesen.
Bis in Bälde.
Herzlichst,
Guido